Klemmer Versicherungsmakler Blog
Elementarschaden, Wartezeit

In den vergangenen Wochen haben uns einige Telefonanrufe besorgter Kunden erreicht, die uns um Nachversicherung bzw. Überprüfung des Versicherungsschutzes ihrer Immobilien gebeten haben. Die derzeitige Schlechtwetterlage hat viele Hauseigentümer verunsichert.

Viele Haushalte noch ohne Versicherung

Noch immer ist die Elementarschadenversicherung (ebenso wie die Gebäudeversicherung) keine Pflichtversicherung, auch wenn nach den letzten schweren Unwettern vielfach der Ruf danach laut wurde. In Baden-Württemberg z.B. war dies bis zu den 90er Jahren der Fall, was sich bis heute in hohen Versicherungsquoten niederschlägt. Etwa 90 % aller baden-württembergischen Hauseigentümer haben eine Gebäudeversicherung mit Zusatz Elementarschaden, in Bayern sind das nur magere 30 %.

Elementarschaden unverzichtbarer Versicherungsbestandteil

Eine Nichtversicherung der elementaren Gefahren wie z.B. einer Überschwemmung ist allerdings schon fast grob fahrlässig. Die erschreckenden Bilder aus Polling und Huglfing aus dem benachbarten Landkreis Weilheim-Schongau zeigen: Auch ohne Wohnnähe zu einem Fluss können Regenmassen erhebliche Schäden an Gebäuden verursachen, wie die aktuellen Schadensbilanzen zeigen. Die Aussage, man habe kein Eigentum in einem Risikogebiet, brauche also keine solche Versicherung, greift demnach viel zu kurz. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, dessen Experten für die versicherten (!) Schäden der beiden letzten Unwetter Ende Mai und Anfang Juni 1,2 Milliarden veranschlagen.

Wir raten daher all unseren Kunden neben dem Abschluss einer Gebäudeversicherung zu einer zusätzlichen Absicherung folgender so genannter Elementarschäden:

  • Feuer (Brand, Blitzschlag, Explosion, Überspannung durch Blitze)
  • Leitungswasser (Rohrbruch, Frost, Nässeschäden)
  • Sturm und Hagel
  • Elementarschäden (Lawine, Erdrutsch, Schneedruck, naturbedingte Erdsenkungen, naturbedingte Erdbeben, Rückstau, Überschwemmung)

Bei Überschwemmungen sind dann in der Regel die Fälle abgedeckt, wenn ein Gewässer über die Ufer tritt oder sich Grundwasser staut. Wichtig ist übrigens auch die zusätzliche Absicherung der so genannten „unbenannten Gefahren“. Dieser Zusatz deckt dann z.B. auch Fälle ab, wie Vandalismusschaden (z.B. Verschluss von Schließzylindern der Eingangstüren mit Sekundenkleber), Sengschäden, Absturz eines Aufzuges, Schäden durch Anprall von Gegenständen (z.B. Strommasten), Schäden durch Auslaufen/Verschütten von Flüssigkeiten, etc. Mehr dazu finden Sie hier. 

Kann man so eine Versicherung noch schnell abschließen? Das nächste Unwetter kommt bestimmt.

Ja, man kann und man sollte auch schnellstmöglich seinen Versicherungsschutz überprüfen. Schließlich fand auch gerade eine neue Gefahrenklassifizierung statt, für einige Gegenden ist es nun einfacher Versicherungsschutz zu bekommen (siehe mehr dazu hier). Häufig wissen Hauseigentümer auch gar nicht genau, welchen Versicherungsschutz sie genau abgeschlossen haben.

Wir beraten Sie gerne, allerdings sehen die Versicherungen in der Regel eine Wartezeit von vier bis sechs Wochen vor. Es ist also zwar richtig gedacht, beim Blick auf den Wetterbericht noch mal eben schnell eine Versicherung abschließen zu wollen, der Versicherungsschutz tritt allerdings erst nach der Wartezeit ein. Allerdings ist derzeit nach dem Unwetter ja vor dem Unwetter.

Haben Sie noch Fragen? Unsere Experten beraten Sie gern!

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Karen Schumann

Karen Schumann

Gesellschafter-Geschäftsführerin