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Die Haftung für Schäden durch Minderjährige kann Eltern ohne Haftpflichtversicherung teuer zu stehen kommen

Eltern kennen dieses aufkeimende Gefühl der Panik nur allzu gut. Zu Besuch bei kinderlosen Freunden, im Restaurant, Museum oder im sprichwörtlichen Porzellanladen (sollte tatsächlich jemand so todesmutig sein, einen solchen, am besten noch mit Kleinkindern, aufzusuchen), hören sie sich gebetsmühlenartig, unterlegt von Tonfällen unterschiedlicher Dringlichkeit, gerne auch mit sich steigernder Lautstärke, wiederholen: „Nein, leg das weg!“ „Stopp!“ „Nicht!“ „Lass das!“ „Hörst Du auf!“ „Langsam!“

Tiefenentspannt klingt definitiv anders. Trotzdem ist ein Malheur schnell passiert. Da massiert der Nachwuchs die weiße Couch der kinderlosen Freundin (denn hätte sie Kinder, hätte sie keine solche) liebevoll mit Schokolade ein, die wertvolle Ming-Vase hält den auf sie geschossenen Fußball wider Erwarten nicht aus und der Nachbar findet das neu eingeritzte Muster auf seinem Auto nicht ganz so ästhetisch. Wer haftet in einem solchen Fall?

Die Antwort lautet, wie fast immer: Es kommt darauf an. Im deutschen Recht hängt die Schadensersatzpflicht zum einen von der Deliktsfähigkeit ab. Diese regelt § 828 BGB. Kinder bis sieben Jahre können danach für einen fahrlässig oder vorsätzlich angerichteten Schaden nicht verantwortlich und somit auch nicht haftbar gemacht werden. Wer das siebte, aber nicht das zehnte Lebensjahr vollendet hat, ist für einen fahrlässig verursachten Schaden nicht verantwortlich, den er bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug, einer Schienenbahn oder einer Schwebebahn anrichtet. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahr muss nur für den Schaden gehaftet werden, wenn beim Begehen der schädigenden Handlung die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht fehlt.

Andererseits gibt es aber auch noch die so genannte Aufsichtspflichtverletzung der Eltern. Nur weil der Nachwuchs noch nicht deliktsfähig ist, heißt das nämlich noch nicht, dass auch die Eltern nicht haften. Eltern haften nämlich dann für ihre Kinder, wenn sie diese nicht ausreichend beaufsichtigt haben. Das bedeutet allerdings nicht, dass man seinen Nachwuchs nicht aus den Augen lassen darf. Wichtige Kriterien sind, inwieweit für Eltern ein Schaden vorhersehbar war, und ob sie ihr Kind unangemessen lange ohne Kontrolle gelassen haben. Dabei müssen sie bei jüngeren und unreiferen Kindern natürlich in kürzeren Abständen nach dem Rechten schauen als bei älteren.

Nicht vernachlässigen sollte man daneben aber auch die moralische Haftung: Schließlich ist es der Freundschaft/Nachbarschaft nicht unbedingt förderlich, wenn man im Schadensfall auf die Deliktsunfähigkeit der Sprösslinge verweist. Vielfach

Abhilfe schafft in einem solchen Fall die passende Haftpflichtversicherung. Eltern von Kleinkindern sollten darauf achten, dass der Versicherungsumfang auch die Haftung deliktsunfähiger Personen mit einschließt.

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Daniela Gögler

Daniela Gögler

Gesellschafter-Geschäftsführerin

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