Klemmer Versicherungsmakler Blog
Wildsau

Ein häufiger Aufkleber auf Fahrzeugen. Nur manchmal klappt das leider nicht, wie am vergangenen Mittwoch (18.3.2015) ein junger Autofahrer aus Bichl leidvoll erfahren musste. Eine „ausgwachsne Wuidsau“ (so der später hinzugerufene Jäger, der deshalb seinen Besuch auf dem Reutberger Josefifest vorzeitig abbrechen musste) hatte sich genau den falschen Moment zum Überqueren der Bundesstrasse ausgesucht.

Der 23-jährige konnte nicht mehr bremsen und erfasste das Wildschwein frontal. Er selbst blieb Gottseidank unverletzt, das Wildschwein überlebte den Aufprall allerdings nicht. Am Fahrzeug entstand ein Sachschaden von geschätzten 5.000 EUR.

Wir sparen uns an dieser Stelle sämtliche Kommentare, wer Schwein hatte (der Fahrer) und wer nicht (das Schwein selbst). Vielmehr möchten wir diese Meldung nutzen, um Ihnen einige versicherungsrechtliche Besonderheiten bei Wildunfällen darzulegen:

Jährlich ereignen sich etwa 200.000 Unfälle mit Beteiligung von Wildtieren, darunter 20.000 mit Wildschweinen. In der Regel kommt es dabei nur zu Blechschäden. Überquert also vor Ihnen Reh, Wildschwein & Co. die Fahrbahn, so sollten Sie bitte unbedingt folgenden Ratschlag des ADAC beherzigen: Bremsen, nicht ausweichen. Bei einem Aufprall schützen Sie Ihr Airbag sowie die Fahrgastzelle. Die Gefahr, bei einem Ausweichmanöver gegen einen Baum zu prallen oder ins Schleudern zu geraten ist ungleich höher. Der Schaden ebenfalls.

Ein weiteres Argument gegen Ausweichmanöver: Die Teilkaskoversicherung übernimmt den Schaden bei einem Ausweichmanöver allerdings nur, wenn es sich um eine Rettungsmaßnahme für den Fahrer handelt, bei dem die Risiken vernünftig abgewogen worden sind. Die Vollkaskoversicherung übernimmt Ihren Schaden in jedem Fall, zumindest bei Unfällen mit so genanntem Haarwild (also Reh, Schwein etc.). Einige Versicherungen dehnen sogar den Schutz aus und versichern alle Unfälle mit Tieren. In ländlichen Gegenden nicht uninteressant. Denn auch eine Kuh kann kapitale Schäden verursachen.

Noch besser ist es, Wild-Unfälle zu vermeiden. Vor allem in den frühen Morgenstunden zwischen 5.00 und 8.00 Uhr und in der Abenddämmerung zwischen 17.00 und 22.00 Uhr ist das Wild besonders aktiv. Wenn Sie in bewaldetem Gebiet oder auf weiter Flur unterwegs sind, behalten Sie stets das Umfeld im Auge, vor allem, wenn der Straßenabschnitt mit einem Wildwechselwarnschild gekennzeichnet ist. Schalten Sie wenn möglich Ihr Fernlicht ein. Befindet sich Wild auf der Fahrbahn, hupen Sie und blenden auf. Bremsen Sie ab, wenn vor Ihnen Wild die Straße überquert, in der Regel folgen mehrere Tiere nach.

Nähere Informationen zum Verhalten nach einem Wildunfall finden Sie in unserem Beitrag „Wildunfall durch Zeitumstellung“. Für Fragen zu Ihrer Autoversicherung stehen wir gerne zur Verfügung. Zum Kontakt geht’s hier…

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Karen Schumann

Karen Schumann

Gesellschafter-Geschäftsführerin