Klemmer Versicherungsmakler Blog
Waschstraße

Anstelle eines sauberen Fahrzeugs bekam eine Paderbornerin ein beschädigtes Auto aus der Waschstraße zurück. Das Laufband, welches die Fahrzeuge durch die Waschstraße zog, war defekt, so dass ein Auto vor ihr stecken blieb. Die Frau hupte noch, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, doch das Personal reagierte nicht. Beim Aufeinanderprall beider Fahrzeuge entstand ein Sachschaden von 1.300 Euro. Ziemlich ärgerlich.

Noch ärgerlicher: Der Betreiber der Waschstraße bzw. dessen Versicherung weigerte sich den Schaden zu bezahlen. Man verwies dabei auf eine weit verbreitete Rechtsauffassung zum Nachteil des Kunden. Demnach sei es für Waschanlagenbesitzer zu teuer, Lichtschranken oder Sensoranlagen einzubauen, die einen solchen Schaden verhindern könnten. Auch zusätzliches Personal zur Überwachung der Anlagen könne den Betreibern nicht zugemutet werden.

Die Vorinstanz gab der Versicherung Recht, das Urteil wurde allerdings in zweiter Instanz „kassiert“. Das Landgericht hielt fest, dass es dem Betreiber durchaus zugemutet werden kann, im Falle des Falles das Band sofort abzuschalten. Da er dies nicht tat, sei er für den Schaden auch verantwortlich. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

An diesem Fall sieht man sehr gut das Zusammenspiel zwischen Versicherungsnehmer und Haftpflicht. Der Betreiber meldete den Schaden seiner Haftpflichtversicherung. Diese prüfte den Schaden und lehnte dessen Regulierung ab, da sie die Auffassung vertrat, der Betreiber selbst müsse nicht haften. Die gerichtliche Auseinandersetzung übernahm dann anschließend ebenfalls die Versicherung. Für den Betreiber bedeutete dies: Er hatte mit der Angelegenheit nichts mehr zu schaffen.

Was viele nicht wissen: Eine Haftpflichtversicherung übernimmt die Abwehr von unbegründeten oder überhöhten Schadensersatzansprüchen. Der Versicherungsnehmer erspart sich daher bei Inanspruchnahme sowohl die Prüfung des Anspruchs als auch die rechtliche Auseinandersetzung. Und natürlich vor allem Zeit und Nerven.

Abgesehen davon ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung auch für Nicht-Waschstraßenbetreiber ein Muss. Denn nicht immer beläuft sich ein Schaden auf „nur“ 1.300 EUR. Vielmehr können sich Schäden auch schnell in schwindelerregende Höhen summieren. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag „Nicht ohne meine Haftpflicht“.

 

 

Und es hat Bumm gemacht
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Karen Schumann

Karen Schumann

Gesellschafter-Geschäftsführerin