Klemmer Versicherungsmakler Blog

In den Medien las sich die Geschichte so: Eine Reiserücktrittsversicherung muss nicht bezahlen, wenn der Ehepartner verstirbt, denn Trauer aufgrund des Todes des Ehegatten sei „keine unerwartet schwere Erkrankung“ (ein grundsätzlich versicherter Grund in der Reiserücktrittsversicherung).

Na toll, werden sich einige Leser gedacht haben. Wenn die Versicherung nicht einmal bei Todesfällen bezahlt, dann brauche ich so eine Versicherung doch gar nicht. Und grundsätzlich müsste man ihnen Recht geben, wenn die Medien das Urteil nicht völlig falsch wiedergegeben hätten.

Selbstverständlich bezahlt eine (gute!) Reiserücktrittsversicherung die angefallenen Stornokosten, wenn der Ehegatte verstirbt. Und das hätte die Versicherung auch im Falle der Klägerin getan, wenn diese den Versicherungsfall der Versicherung rechtzeitig gemeldet hätte. Die Reise wurde allerdings erst drei Wochen nach dem Versterben des Ehegatten storniert und erst dann erfolgte eine Meldung an den Versicherer. Abgeschlossen wurde die Versicherung auch erst einen Tag vor dem Versterben des Ehegatten.

Nun mag man argumentieren, dass man nach dem Versterben des Ehegatten andere Sachen im Kopf hat und gegebenenfalls nicht sofort an dann eher unwichtigere Dinge wie den Urlaub oder die Reiserücktrittsversicherung denken kann. Allerdings muss der Eintritt eines Versicherungsfalles „unverzüglich“ gemeldet werden. Der Begriff ist dehnbar und sicherlich sind Versicherer gerade in derartigen Fällen kulant und bestehen nicht auf einer Meldung noch am Todestag. Auch wenn Angehörige aufgrund von Trauer oder eines Schockes einige Tage bis zur Meldung verstreichen lassen, so wird keine Versicherung, und schon gar nicht, wenn wir als Versicherungsmakler intervenieren, die Leistung ablehnen.

Hier zeigt sich, wie wertvoll es sein kann, einen Versicherungsmakler als kompetenten Ansprechpartner an seiner Seite zu haben. Wird uns der Tod eines Versicherungsnehmers gemeldet, so können wir die Angehörigen umfassend beraten, welche Versicherung wann zu kündigen sind bzw. umgeschrieben werden können, wo der Tod angezeigt werden muss. Einzelne Meldungen können wir auch den Angehörigen abnehmen.

Drei Wochen sind allerdings, bei allem Verständnis, eine doch zu lange Zeit. Dass sich die Klägerin dann auf eine „psychosoziale“ Belastungsstörung aufgrund des Todesfalls berief, legte das Gericht als Hilfsargumentation aus. Eine attestierte Krankheit lag nämlich nicht vor.

Ein klassischer Fall also von Medienfehlinformation und Reiserücktrittsversicherungen sind alles andere als sinnlos. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „Flugstornierung“.

Mit Schuss zum Schuss?
April, April!!!
Daniela Gögler

Daniela Gögler

Gesellschafter-Geschäftsführerin